Hauptdamm der Aartalsperre (c) Gemeinde Bischoffen

Hauptdamm

Der ca. 235 m lange, maximal 70 m breite Hauptdamm der Aartalsperre ist als Steinschüttdamm aus Grauwacke und Plattenschiefer geschüttet worden.

Dieses Steinmaterial stammt größtenteils aus einer "Felsnase" direkt neben der jetzigen Sperrenstelle, welche im Rahmen der Höherlegung und des Ausbaues der Bundesstraße B 255 anfiel. Im Taltiefsten hat der Damm eine Höhe von ca. 14 m.

Um den Damm gegen das aufgestaute Wasser abzudichten, wurde auf der wasserseitigen Böschung eine bituminöse Oberflächendichtung angebracht; diese schließt an eine sogenannte Herdmauer an, eine bis zu 11 m tiefe Stahlbetonmauer, welche von der Geländeoberkante bis auf den gesunden Fels im Untergrund reicht.

Der Fels wiederum ist mit einem dreireihigen, 10 bis 30 m tiefen Injektionsschleier abgedichtet, um Wasserverluste durch Unterläufigkeit des Dammbauwerkes zu verhindern.

In den Hauptdamm integriert wurde das Grundablaßbauwerk mit Hochwasserentlastung gebaut. Hier kann durch vier Rohre mit unterschiedlichem Durchmesser die Steuerung der Talsperre erfolgen.

Gleichzeitig ist hier auch die Turbinenanlage zur Stromerzeugung untergebracht, über die die Wasserabgabe der Talsperre primär gesteuert wird.

In einem Modellversuch an der Technischen Hochschule Darmstadt wurde die Form und Dimension der Hochwasserentlastung, zwei sich durchdringende Kelchbauwerke, ermittelt.

Diese Form ergab sich aus der Notwendigkeit, eine möglichst lange Überfallkante auf kürzester Distanz in einen Rechteckquerschnitt übergehen zu lassen. Diese ästhetisch sehr ansprechende Lösung bedeutete schalungs- und bautechnisch eine besondere Herausforderung, die von den ausführenden Firmen meisterhaft gelöst wurde. An den Kelchüberlauf schließt sich der wegen der hohen auftretenden Wasserkräfte ein mit einem Stahlpanzer versehener Unterwasserkanal an, welcher nach Unterquerung des Dammes in das Tosbecken mündet.

Im Tosbecken, einem mit Betonhöckern versehenen Wasserbecken, erfolgt die Energieumwandlung der bei Hochwasser auftretenden Kräfte.

Integriert in das Grundablassbauwerk ist das Eingangsbauwerk mit dem Raum für die Steuerung der Anlage, dem Turbinenraum sowie einer Doppelgarage als Geräteraum. Das Dach dieses Gebäudes erhielt eine spezielle Dachbegrünung.

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