Wald (c) pixabay.de

Illegale Entsorgung von Grünschnitt

Grünschnitt im Wald ist illegal und ein ganz großes Problem!

Das Frühjahr ist vorbei, der erste Strauchschnitt im Garten steht bevor oder ist schon erledigt. Alle Jahre wieder stehen Grundstückseigentümer vor großen Haufen mit Ästen und Zweigen. Die Biotonne ist viel zu klein für solche Mengen, der Komposthaufen auch.

Viele Gartenbesitzer nehmen an, Pflanzenabfälle seien »nur Natur«, sie würden »doch sowieso verrotten« und meinen deshalb, Gartenabfälle könnten im Wald entsorgt werden. Dies ist ein für den Wald folgenschwerer Irrtum.

Der Wald ist eine genau aufeinander abgestimmte Lebensgemeinschaft. Durch die Verrottung von Gartenabfällen wird die Nährstoffzusammensetzung empfindlich gestört. Wo Grünabfälle entsorgt wurden, sieht man nach kurzer Zeit oft nur noch Brennnesseln. Der starke Brennnesselwuchs ist ein Hinweis auf eine massive Nährstoffanreicherung im Boden.

Insbesondere bei der Ablagerung von Rasenschnitt sind die Mikroorganismen und Kleinstlebewesen nicht mehr in der Lage, die zusätzliche Biomasse in Humus umzusetzen. Schimmel-, Gärungs- und Fäulnisprozesse führen zum Absterben der Organismen – der natürliche Nährstoffkreislauf wird unterbrochen.

Wer meint, sein Obstbaumschnitt sei nur ein Haufen Zweige, wie sie ohnehin im Wald liegen – auch der irrt. Durch den Gehölzschnitt können Pilzkrankheiten von Gartensträuchern oder Obstbäumen auf Waldbäume übertragen werden.

Gartenabfälle können Wurzeln, Zwiebeln, Knollen oder Samen von nicht einheimischen, konkurrenzstarken Pflanzen enthalten, die sich ausbreiten und unsere heimischen Pflanzen verdrängen. Viele dieser Arten werden als Zierpflanzen für Gärten und Balkone eingeführt und fallen nach kurzer Zeit als Grünabfall an. Sie verdrängen die standorttypischen speziell angepassten Arten wie Veilchen oder viele Wiesenblumen. Davon geht die Hauptgefahr aus, dass nämlich Arten wie das Drüsige Springkraut oder die Goldnessel sich massiv vermehren und im Gebiet ausbreiten, wo sie nicht hingehören und möglicherweise auch seltene Arten verdrängen. Ein weiteres Beispiel ist der Riesenbärenklau, das in vielen Wäldern die Wegränder säumt.

Doch wohin mit den Gartenabfällen? Auf einen Kompost auf dem eigenen Grundstück oder in die Biotonne. Ist diese zu klein, können Sie den Grün- und Gehölzschnitt auf dem Wertstoffhof der Gemeinde Bischoffen anliefern. Dort können Bürger bis zu 1 m³ Grasschnitt, Laub und Strauchschnitt sowie Astschnitt kostenlos loswerden. Mengen über 1 m³ können zu demselben Preis von 10 Euro abgegeben werden, der auch im Abfallwirtschaftszentrum in Aßlar, am Kompostwerk der Herhof-Gruppe in Dillenburg-Oberscheld (Deponie Schelderwald) und bei der SITA in Dillenburg-Oberscheld (Grube Falkenstein) zu bezahlen ist.

Der Wald sollte uns nicht als Müllhalde, sondern als Ort der Erholung und für Freizeitaktivitäten dienen  –  denn der Wald ist schließlich keine Deponie.

Ihr Bürgermeister
Ralph Venohr


Illegale Entsorgung von Grünschnitt

Aus gegebenen Anlass weist das Ordnungsamt der Gemeinde Bischoffen darauf hin, dass Grünschnitt, Gras, Laub, Zweige, etc., derer sich Gartenbesitzer entledigen möchten, rechtlich als Abfall gelten und nicht im Wald, auf Gehölzplätzen in der freien Natur, auf Grünflächen oder an Bachläufen entsorgt werden dürfen. Diese Art der Entsorgung ist illegal!

Leider wird immer wieder festgestellt, dass Gartenabfälle an öffentlichen Wegen, Bachläufen oder Waldflächen abgekippt wurden, auch wenn es sich „nur“ um etwas Rasenschnitt handelt, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) §§ 15 und 17 dar, wonach die Besitzer von Abfällen verpflichtet sind, diese zu beseitigen und dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zu überlassen. Laut Abfallgesetz müssen Gartenabfälle zu Kompostieranlagen und Grünschnittcontainer gebracht werden, wenn man diese nicht selbst im Garten kompostiert. Wer seinen Grünschnitt im Wald, in Grünanlagen oder auf ähnlichen Flächen entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 10.000,00 Euro geahndet werden kann.

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